Bezirksklasse: Ein Satz mit X

OSV IV — SF Gelsenkirchen 2002 II 3½:4½

In der vorletzten Runde der Bezirksklasse hofften wir im Kampf gegen den Tabellenletzten auf Punkte, um den Klassenerhalt zu sichern. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…

Den Auftakt machte Helmut Junge. Seinen eigenen Schilderungen zufolge kamen wohl zwei Dinge zusammen: Erstens ließ er sich von seinem Gegner zu ungewohnt schnellem Spiel verleiten, und zweitens ärgerte er sich so darüber, seine anfänglich gute Stellung nicht verwertet zu haben, das er es an der notwendigen Objektivität und/oder Übersicht fehlen ließ, so dass seine Partie nach überraschend kurzer Zeit verloren ging.

Immerhin hatte Alfred Klesse zu diesem Zeitpunkt bereits eine Mehrfigur, die er wenig später — wenn auch nach einiger Gegenwehr — souverän verwertete. Etwa zeitgleich endete die Partie von Andreas Schneider; er musste zwar mit seinem König mutig mitten aufs Brett und der feindlichen Dame entgegen laufen, konnte aber mit einem ganzen Turm mehr die Partie für sich entscheiden.

Leider lief es für Marcel Lohse weniger gut; er konnte zwar einen Bauern gewinnen, sah sich dafür aber einem Angriff am Königsflügel ausgesetzt, den er letztendlich nicht mehr parieren konnte. Damit setzt sich seine Pechsträhne weiter fort.

Mein Gegner servierte mir eine Eröffnungsvariante, die ab dem sechsten Zug selbst die Shredder-Datenbank nicht mehr kennt; beim Versuch, diese zu widerlegen, griff ich fehl und geriet in eine Stellung, in der kaum noch Gegenspielmöglichkeiten zu finden waren; schließlich überrumpelte mich mein Gegner noch mit einer Kombination, die mindestens zwei Bauern bei miserabler Königsstellung kostete, so dass ich getrost aufgeben konnte.

Die Partie von Jens Nover sah dagegen sehr vielversprechend aus: Er hatte einen Springer und einige Bauern mehr, ansonsten waren nur noch die beiden Damen auf dem Brett, und der Gegner hatte noch einen vorgerückten Freibauern, der etwas Aufmerksamkeit forderte; Jens' König stand sicher, während der gegnerische den Angriffen von Dame und Springer schutzlos ausgesetzt war. Dass Jens eine Möglichkeit, den Damentausch zu erzwingen und den Freibauern zu stoppen, ausließ, war gar nicht so tragisch, aber einen Zug später bot er zum Entsetzen der Mannschaftskameraden mit den Worten „ich finde den Gewinnzug nicht“ Remis an.

Zunächst konnte Uwe Rippke die Mannschaftsniederlage noch abwenden. Sein Gegner war erstaunlicherweise in einer Art geschlossenem Sizilianer (der, glaube ich, durch Zugumstellung erreicht worden war) mit Weiß am Damenflügel durchgebrochen, aber Uwe konnte ihn auskontern und die Partie für sich entscheiden.

Somit stand fest, dass der Kampf genau so ausgehen würde wie die noch verbliebene Partie von Jürgen Wawrzyniak, und die war ein aus meiner Sicht ausgeglichenes Endspiel; trotzdem lehnte Jürgen ein Remisangebot ziemlich entschieden ab. Es kam zu Bauernumwandlungen auf beiden Seiten, so dass Jeder mit Dame und zwei Bauern spielte. Jürgens Gegner, der von Anfang an einen sehr freundlichen Eindruck gemacht hatte, schenkte Jürgen seine beiden Bauern; dafür war dieser so dankbar, dass er ihm im Gegenzug seine Dame schenkte, um ihm gleich darauf zu diesem gewinnbringenden Tausch zu gratulieren.

Nach dieser Niederlage sind wir zwar (dank besserer Brettpunkte) immer noch auf dem sechsten Platz der Tabelle, aber da der Siebt- und Achtplatzierte in der letzten Runde gegeneinander spielen, ist die Gefahr, diesen Platz zu verlieren, ziemlich groß, und sollte es tatsächlich zwei Absteiger geben, wird es noch mal eng.

OSV IVTabelle6. RundeEinzelergebnisse

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