Bezirksliga: Debakel in Gelsenkirchen

Es hätte für die Vierte der letzte große Schritt in Richtung Aufstieg werden sollen; stattdessen wurde es das schlechteste Mannschaftsergebnis der Saison. Obwohl wir in Bestbesetzung antraten und an sechs Brettern nach DWZ favorisiert waren, verloren wir den Kampf gegen SF Gelsenkirchen 2002 II mit 2½:5½ und damit auch den zweiten Tabellenplatz.

Ich hatte, obwohl das Ergebnis der Eröffnung zunächst gar nicht so schlecht schien, doch sehr um den Ausgleich zu kämpfen und musste das Remisangebot meines Gegners — früher als geplant — wohl oder übel annehmen. Zu diesem Zeitpunkt deutete sich schon an, dass es keinen leichten Mannschaftssieg geben würde.

Immerhin konnte Rudi Cordsen seine Partie souverän gewinnen; nach Figurengewinn und einigen Abtauschaktionen wurde das Läuferendspiel im Schnellschachtempo heruntergespielt. Auch bei Niclas Kohl sah es zunächst nach einem einfachen Sieg aus, denn er hatte früh eine Mehrfigur gegen zwei Bauern; aber beim Versuch, die Partie schnell zu gewinnen, verzettelte Niclas sich, verlor zwei weitere Bauern und konnte am Ende die „russische Dampfwalze“ nicht mehr aufhalten.

Alfred Klesse hatte eine komplizierte Stellung auf dem Brett, mit Läuferpaar, aber zwei schwachen Bauern, und kam offenbar zu dem Schluss, dass es besser sei, die Partie remis zu geben.

Hans Koch lehnte ein frühes Remisangebot ab und stellte wenig später eine Figur ein. Zwar bekam er dafür verbundene Freibauern am Damenflügel, verpasste jedoch die Gelegenheit, diese in Marsch zu setzen. Das Ende kam dann sehr plötzlich durch eine Springergabel, aber zu diesem Zeitpunkt war auch schon nichts mehr zu retten.

Etwas Hoffnung auf Ausgleich bot noch die Partie von Klaus-Peter Fuchs; zwar war die Stellung sehr geschlossen, aber es sah zwischenzeitlich so aus, als wäre noch ein Angriff am Königsflügel möglich. Letztendlich verhinderten umsichtige Verteidigung und besserer Läufer des Gegners jedoch ein weiteres Vorankommen, so dass der Punkt geteilt wurde.

Jürgen Wawrzyniak hatte am achten Brett den mit Abstand stärksten Gegner mit einer DWZ über 1800. Er leistete hartnäckig Widerstand, doch am Ende wurde der Druck im Zentrum und am Königsflügel zu stark, und seine Stellung brach zusammen. Damit war der Mannschaftskampf bereits zu unseren Ungunsten entschieden.

Uwe Rippke tappte nach wenigen Zügen in eine Eröffnungsfalle, die ihn eine Figur für zwei Bauern kostete. Beachtlicherweise gelang es ihm noch, mit seiner Bauernmehrheit einen Gegenangriff am Damenflügel zu inszenieren, der jedoch im Sande verlief und dem Gegner Gelegenheit zum entscheidenden Konter am Königsflügel gab.

Alles in allem also ein Schachtag, der so trübe war wie das Wetter. Doch trotz dieses enttäuschenden Ergebnisses sind noch nicht alle Chancen auf den Aufstieg vergeben: Der Zweitplatzierte, SV Bottrop III, trifft in der letzten Runde auf den Tabellenführer SWOB III, der den Titel bereits sicher hat, und selbst bei einem Unentschieden könnten wir mit einem hinreichend hohen Sieg gegen Sterkrade-Nord noch den zweiten Platz zurückerobern — es bleibt also spannend bis zum Ende.

OSV IVTabelle6. RundeEinzelergebnisse

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *