Bezirksoberliga: OSV IV – SV Bottrop II 2½:5½

Vor diesem Kampf hatte ich als Mannschaftsführer alle Hände voll zu tun: Baris Demircan war in der Türkei, Klaus-Peter Fuchs weiterhin krank; von den möglichen Ersatzspielern war Hüseyin Turp in Berlin, Hans Koch hatte die Grippe, Marcel Lohse und Jens Nover hatten andere Termine, Gerd Arlt und Alfred Klesse waren ohnehin wegen ihres Einsatzes in der Dritten für die Vierte gesperrt – also wurde neben Helmut Junge Karl Hirtz der zweite Ersatzmann, der gerne auf diese Ehre verzichtet hätte. Am Sonntagmorgen gegen 11:30 Uhr meldete sich dann Niclas Kohl krank (rein akustisch schien dies auch unumgänglich); Nina Jansen war nicht sofort zu erreichen, Klaus Füllhas hatte bereits andere Pläne, nur Gotthard Stieglitz erklärte sich spontan bereit einzuspringen, womit die Bretter 2, 4 und 6 dann an 1, 2 und 3 aufrutschen durften.

Gotthard ersparte uns nicht nur den kampflosen Punkt und die damit verbundene Strafe, sondern hielt sich auch ziemlich lange gegen einen deutlich jüngeren und knapp 370 DWZ-Punkte stärkeren Gegner, musste aber letztendlich doch die Waffen strecken. Auch Rudi Cordsen (der ebenfalls gesundheitlich angeschlagen und zudem seit dem Morgen im Spiellokal war) und Uwe Rippke (dem an diesem Tag wohl einfach das Pech an den Händen klebte) verloren ihre Partien relativ schnell durch taktische Schläge. Besonders schade war, dass Lennart Faber nach einer langen ausgeglichenen Partie doch noch ausgespielt wurde und verlor – bemerkenswert ist auch, dass er trotz mehrerer Niederlagen in Folge immer noch mit einem DWZ-Zugewinn zu rechnen hat.

Deutlich besser machte es Jürgen Wawrzyniak: Durch genaue Verteidigung wehrte er den sehr stark aussehenden gegnerischen Königsangriff ab und erreichte das Unentschieden – und damit auch den ersten halben Punkt für uns. Karl Hirtz tat genau das, was ich von ihm erwartet hatte: Er erstickte alle Drohungen im Keim und sicherte sich ebenfalls ein verdientes Remis. (Möglicherweise wäre sogar mehr drin gewesen, aber das wollte er dann doch nicht austesten.)

Ich hatte nach 35 Zügen eine vermutlich überlegene, aber auch sehr komplizierte Stellung, und da ich keinen klaren Gewinnweg sah und erst fünf Tage zuvor eine Partie bei knapper Bedenkzeit vergurkt hatte, zog ich das schnelle und sichere Remis einem langen Endspielkampf mit ungewissem Ausgang vor. Die Partie des Tages (nicht nur der Länge nach) spielte Helmut Junge: Durch ein Qualitätsopfer hatte er mehrere Bauern als Kompensation erhalten, die er unaufhaltsam vormarschieren ließ. Leider habe ich das große Finale durch die kurze Analyse mit meinem Gegner verpasst, aber auch völlig ohne mein Zutun errang Helmut den einzigen OSV-Sieg an diesem Tag (natürlich nur, was die Vierte betrifft – von den glorreichen Taten der beiden anderen Mannschaften werden [hoffentlich] Andere noch an gleicher Stelle berichten).

Unterm Strich kann man sagen, dass wir uns angesichts der Aufstellungsschwierigkeiten und der (teilweise daraus resultierenden) enormen nominellen Überlegenheit unserer Gegner gar nicht so schlecht verkauft haben. Ein Klassenerhalt bzw. Einzug in die neue „Verbandsbezirksliga“ scheint derzeit noch möglich, da in der Verbandsklasse nur eine Mannschaft aus dem Bezirk Emscher-Lippe auf einem Abstiegsplatz steht – ansosten wäre die Vierte wieder da, wo sie in der letzten Saison war. Aber bevor ich mir darüber weiter Gedanken mache, möchte ich erst einmal den vielen kranken Vereinskameraden gute Besserung wünschen.

OSV IVTabelle7. RundeEinzelergebnisse

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