FM Heiko Kummerow Sensationssieger beim OsterOpen

Den Ausdruck "strahlender Sieger" konnte man bei Heiko Kummerow durchaus wörtlich nehmen

Den Ausdruck „strahlender Sieger“ konnte man bei Heiko Kummerow durchaus wörtlich nehmen

Angesichts der Liste hochkarätiger Titelträger hatte im Vorfeld wohl niemand auf Heiko Kummerow (Nr. 13 der Teilnehmerliste) als Turniersieger getippt — am allerwenigsten vermutlich er selbst, war doch die Saison bisher nicht gerade nach seinen Vorstellungen gelaufen. Dieser Erfolg dürfte für Heiko also das absolute Highlight sein, was man ihm vor, während und nach der Siegerehrung auch deutlich ansehen konnte.

Der Zweitplatzierte IM Dmitry Mischuk

Der Zweitplatzierte IM Dmitry Mischuk

Sein Turnierverlauf war beeindruckend: Auf drei Siege zum Auftakt folgte zunächst ein Remis gegen die nominell klar favorisierte IM Zoya Schleining, dann sogar ein Sieg gegen IM Benjamin Tereick und ein weiterer gegen Drazen Curic. In der letzten Runde traf Heiko Kummerow dann auf den aus der Ukraine angereisten IM Dmitry Mischuk; beide waren nach Punkten und Punktesumme gleichauf. Der Internationale Meister wollte anscheinend unbedingt gewinnen, aber Heiko hielt mit Schwarz dagegen und sicherte sich (mit zeitweise wohl sogar besserer Stellung) das Remis, das ihm dank etwas besserer Ratingleistung zum Turniersieg reichte; Dmitry Mischuk, der u.a. in der vorletzten Runde IM Karl-Heinz Podzielny geschlagen hatte, wurde Zweiter.

Von links: GM Daniel Hausrath mit Kindern (vorne), Werner Schmidt, Gerd Arlt, Alfred Schlya. Rechts im Hintergrund: Karl Hirtz

Von links: GM Daniel Hausrath mit Kindern (vorne), Werner Schmidt, Gerd Arlt, Alfred Schlya. Rechts im Hintergrund: Karl Hirtz

Auch der Kampf um die nachfolgenden Plätze wurde spannend: GM Daniel Hausrath konnte sich gegen GM Vlastimil Hort durchsetzen, dem nur noch der zweite Seniorenpreis blieb. Zoya Schleining hätte ihn noch überholen können, lieferte sich aber mit Wilfried Harff einen harten Kampf, der fast über die volle Bedenkzeit von fünf Stunden ging; der Schachfreund Harff (übrigens auch ein treuer Stammgast beim Open) hatte im Damenendspiel sogar einen Mehrbauern, den er dann aber in der Endspurtphase einstellte. Mit dem resultierenden Remis wurde Daniel Hausrath Dritter und Zoya Schleining Vierte; Wilfried Harff verpasste mit Platz Acht ganz knapp die Preisränge, durfte sich dafür aber über den ersten Seniorenpreis freuen. IM Karl-Heinz Podzielny, der nach der vierten Runde noch als einziger Spieler ohne Verlustpunkte geführt hatte, wurde Fünfter, gefolgt von IM Tobias Jugelt und Axel Berndt.

In den Ratinggruppen hatten weitere OSV-Mitglieder Grund zur Freude: In der ersten Gruppe (U2070) gewann André Matzat vor Sven Spickermann und Jan Ophüls; Dr. Andreas Voge wurde immerhin noch Siebter. In der zweiten Gruppe (U1960) hielt sich Michael Seibert an der Spitze, gefolgt von Uwe Serreck und Justus Wiegersma. Gruppe Drei (U1820) wurde angeführt von Justin Wilde, Luisa Bashylina und Leander Maass; in Gruppe Vier (U1680) gewann Mark Schocke (Sterkrade-Nord, also immerhin ein Oberhausener) vor Abdullah Alghawi und Markus Wagner, und die Preise der neu eingeführten fünften Ratinggruppe (U1510) gingen an Andreas Usdenski, Louis von der Weyden und Marco Payes.

Razvan Grumaz in seiner Partie gegen Venice Barthelmes

Razvan Grumaz in seiner Partie gegen Venice Barthelmes

In der Jugend übernahm Simon Knudsen zu Beginn die Führung und behielt diese bis zum Schluss; am Ende hatte er mit starken 5 aus 6 einen halben Punkt Vorsprung vor Justin Wilde, Lukas Schimnatkowsi (der den zweiten Preis wegen des Ausschlusses von Doppelpreisen erhielt) und Justus Wiegersma. Die in der Vierten Mannschaft spielenden OSV-Jugendlichen Niclas Kohl und Lennart Faber belegten die Plätze 12 und 13. Auch die Brüder Razvan und Rares Grumaz (ebenfalls OSV) spielten nicht ohne Erfolg: Rares erzielte ein, Razvan sogar zwei Remis.

Die Partie Stefan Marks (links) gegen Rares Grumaz (rechts)

Die Partie Stefan Marks (links) gegen Rares Grumaz (rechts)

Damen gab es in diesem Jahr leider nur vier im Turnier. Da Zoya Schleining und Luisa Bashylina bereits höhere Preise gewonnen hatten, erhielt Inci Betül den Damenpreis; Venice Barthelmes war mit ihr punktgleich, hatte aber die schlechteren Feinwertungen.

Obwohl die Teilnehmerzahl nicht ganz unseren Erwartungen entsprach und das Wetter nur partiell mitspielen wollte, war es ein sehr interessantes Turnier; ich durfte mich während meiner zwei Tage in der „Kantine“ über viele freundliche und größtenteils bekannte Gesichter freuen, bei deren Besitzern ich mich — auch im Namen des Vereins — für ihre Anwesenheit bedanken möchte. Ein besonderer Dank geht auch an Frau Janine Verbeeten (Leiterin der Abteilung Unternehmenskommunikation der Stadtsparkasse Oberhausen) für die Übernahme der Schirmherrschaft, an Werner Schmidt (Präsident des Stadtsportbundes Oberhausen) für die traditionelle Ostereier-Spende, an Alfred Schlya (u.a. DSB-Ehrenpräsident und OSV-Ehrenvorsitzender) und die anderen Schachfreunde aus Verband, Bezirk und Vereinsvorständen für ihre Besuche bei unserem Turnier — und natürlich an die vielen Vereinsmitglieder, Familienangehörigen und Freunde, die mit ihrem Einsatz die Organisation dieses Turniers erst möglich gemacht haben. Das größte Dankeschön gebührt Rudi Cordsen, den wohl jeder Teilnehmer kennt und der tatsächlich nicht zum Inventar der Fasia-Jansen-Gesamtschule gehört, obwohl es in den Osterferien praktisch unmöglich ist, die Schule ohne Rudi Cordsen zu Gesicht zu bekommen — danke, Rudi, für ein weiteres gelungenes Turnier!

OsterOpen: IM Mischuk und FM Kummerow kämpfen um den Turniersieg

Ein Läuferschach an Tisch 20. Weiß gewann später die Partie

Ein Läuferschach an Tisch 20. Weiß gewann später die Partie

Die Doppelrunde am Sonntag wirbelte die Spitzengruppe noch einmal kräftig durcheinander: Der nach vier Runden führende IM Karl-Heinz Podzielny spielte zunächst gegen IM Tobias Jugelt remis und verlor anschließend gegen IM Dmitry Mischuk, der zuvor gegen Andreas Walter gewonnen hatte und sich mit 5½ Punkten an die Spitze setzte. FM Heiko Kummerow lieferte zwei überzeugende Siege gegen IM Benjamin Tereick und Drazen Curic ab und zog so mit IM Mischuk gleich, lediglich durch eine minimal schlechtere Ratingleistung auf Platz Zwei. IM Zoya Schleining und GM Vlastimil Hort gewannen jeweils die fünfte Runde und spielten anschließend gegeneinander remis, was ihnen die Plätze Drei und Vier einbrachte. GM Daniel Hausrath kämpfte sich mit zwei Siegen auf Platz Fünf, punktgleich mit Simon Knudsen und Wilfried Harff, die ebenfalls beide Partien des Tages gewannen. In der Jugend ist Simon Knudsen damit bereits uneinholbar, aber es könnte auch ein Hauptpreis werden.

In den meisten Wertungsgruppen geht es nach wie vor sehr eng zu; lediglich bei den Damen führt Zoya Schleining mit einem Punkt Vorsprung vor Luisa Bashylina und diese bereits mit zwei Punkten Abstand vor den Konkurrentinnen — hier wird es vor allem darauf ankommen, ob die beiden Führenden höhere Preise gewinnen.

In der letzten Runde spielen IM Mischuk und FM Kummerow untereinander den Turniersieg aus. Ebenfalls spannend dürfte das Großmeisterduell Hausrath – Hort werden, und auch in den Paarungen Schleining – Harff und Berndt – Knudsen geht es noch um die vorderen Plätze. Den Zuschauern dürfte also noch einiges geboten werden.

IM Podzielny übernimmt beim Open die alleinige Tabellenführung

Von ursprünglich sechs Spielern nach Runde Drei behielt in der vierten Runde nur IM Karl-Heinz Podzielny mit einem Sieg gegen Drazen Curic eine weiße Weste; die übrigen vier spielten untereinander remis. GM Vlastimil Hort und IM Tobias Jugelt kämpften sich mit Siegen wieder an die Spitze heran, während GM Daniel Hausrath mit seinem zweiten Unentschieden weiter zurückfiel. Am Sonntag stehen weitere spannende Kämpfe bevor, unter anderem das Spitzenduell zwischen den IMs Podzielny und Jugelt.

Javier Miguel Zimmer (rechts) spielt für Schwarz-Weiß Oberhausen, ist aber auch OSV-Mitglied.

Javier Miguel Zimmer (rechts) spielt für Schwarz-Weiß Oberhausen, ist aber auch OSV-Mitglied.

Die Ratinggruppen sind größtenteils in Oberhausener Hand: In Gruppe 1 führt Dr. Andreas Voge (OSV), in Gruppe 2 Michael Seibert (OSV), in Gruppe 3 Javier Miguel Zimmer (SWOB und OSV) und in Gruppe 4 Mark Schocke (Sterkrade-Nord); nur Gruppe 5 wird derzeit mit Alfred Oberst von einem „Auswärtigen“ (OSC Rheinhausen) angeführt.

In der Jugend ist weiterhin Simon Knudsen an der Spitze, jetzt mit einem halben Punkt Vorsprung. Die Damenwertung scheint fest in der Hand von IM Zoya Schleining, und bei den Senioren führt IM Podzielny vor GM Hort, aber da es ja keine Doppelpreise gibt, dürfen sich die Nachfolgenden (u.a. Luisa Bashylina bei den Damen sowie Wilfried Harff und Bruno Fiori bei den Senioren) noch Hoffnungen machen.

OsterOpen: Zoya Schleining führt nach drei Runden

Rauchende Köpfe und interessierte Zuschauer zu Beginn der 3. Runde

Rauchende Köpfe und interessierte Zuschauer zu Beginn der 3. Runde

Am zweiten Turniertag bewahrten sechs Spieler ihre weiße Weste: Die IMs Zoya Schleining, Benjamin Tereick, Karl-Heinz Podzielny und Dmitry Mischuk, Drazen Curic sowie FM Heiko Kummerow (der übrigens auch den OSV-Turnierkalender erstellt hat und pflegt, den ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte); die höchste Ratingleistung brachte Zoya Schleining die vorläufige Tabellenführung ein.

Die GMs Daniel Hausrath und Vlastimil Hort gaben in der dritten Runde jeweils ein Remis ab und fielen damit auf die Plätze Acht und Zehn zurück; Mitfavorit IM Tobias Jugelt rutschte durch ein Unentschieden in der zweiten Runde nach Punktesumme sogar auf Rang 19 ab, was aber noch längst nicht bedeutet, dass diese Spieler keine Chancen auf den Turniersieg mehr hätten.

In der Jugend führen derzeit Simon Knudsen und Maksim Nasoyan mit jeweils zwei Punkten die Wertung an.

Am Samstag geht es geruhsam mit einer Runde um 14 Uhr weiter, bevor dann am Sonntag in einer Doppelrunde die ersten Vorentscheidungen anstehen.

OsterOpen 2018 mit 140 Teilnehmern gestartet

Auch mit dabei: OSV-Talent Lennart Faber (links)

Auch mit dabei: OSV-Talent Lennart Faber (links)

Auch wenn die Teilnehmerzahl etwas niedriger als im letzten Jahr ausfällt, ist das Turnier dennoch nicht schlecht besetzt: Neben dem Vorjahressieger und OSV-Topspieler GM Vlastimil Hort und dem Mülheimer Bundesligisten GM Daniel Hausrath sind auch noch fünf IMs und zwei FMs mit von der Partie. Ein spannender Turnierverlauf ist also zu erwarten; fünf Ratinggruppen und eine stark besetzte Jugend verleihen dem Wettbewerb zusätzliche Würze.

Die Schirmherrschaft hat in diesem Jahr Frau Janine Verbeeten, Leiterin der Abteilung Unternehmenskommunikation bei unserem Hauptsponsor, der Stadtsparkasse Oberhausen, übernommen; aber auch der letztjährige Schirmherr, SSB-Präsident Werner Schmidt, gab sich zur Eröffnung wieder die Ehre, gemeinsam mit bekannten Schachgrößen wie Alfred Schlya, Wolfgang Kölnberger und Hans-Georg Große.

Wir danken allen, die den Weg zu uns gefunden haben, und wünschen ein schönes Turnier!

OSV-Pokal 2018 mit 25 Teilnehmern gestartet

Mit der guten Beteiligung von 25 auch auswärtigen Schachfreunden ging gestern Abend der OSV-Pokal 2018 an den Start. Der Zufall führte die beiden nominell stärksten Spieler der Setzliste (Jurij Vasiljev – SF Moers – und Dragos Ciornei – OSV 87) gleich mit der ersten Begegnung gegeneinander. Eine äußerst spannende Auseinandersetzung, die drei Blitzpartien zur Entscheidung für Dragos Ciornei brauchte. Zur Zeit ist der erste Durchgang unvollständig, da drei Nachholpartien ausstehen. Die Turnierleitung bittet noch einmal um Entschuldigung für den etwas holprigen Beginn, da das Programm die unvermeidbaren Erstrundenfreilose mehrfach gegeneinander spielen lassen wollte.
Auslosung und Ergebnisse der 1. Runde