OSV III – Hervest-Dorstener SK II 1½:6½
In den ersten Kampf nach unserem Aufstieg starteten wir zwar mit Bestbesetzung, aber dennoch mit gedämpften Erwartungen. Ein Blick auf die Wertungszahlen verriet: Wir hatten einen Spieler mit DWZ über 1800, die Gegner einen mit DWZ unter 1800; im Schnitt lagen wir rund 170 Punkte hinten. Der Kampf verlief dementsprechend.
Zuerst erwischte es Peter Schumacher. Er kam mit der ungewöhnlichen Spielweise seines Gegners und der resultierenden Stellung nicht zurecht und wurde schnell ausgespielt. In meiner Partie wurde das Zentrum schnell aufgelöst, es entstand eine symmetrische Position, und ich sah wenig Sinn darin, das (gemessen an der Zugzahl frühe) Remisangebot meines Gegenübers abzulehnen. Noch während wir diese Partie analysierten, endete bereits diejenige von Elia Büttner; er hatte sich nach einer Ungenauigkeit in der Eröffnung den Ausgleich erkämpft, wollte dann laut eigener Aussage zu aggressiv spielen und beging dabei einen Rechenfehler aus der Kategorie „kann mal passieren“, wonach leider nichts mehr zu retten war.
Bei Karl Hirtz sah es aus, als könne man auf einen halben Punkt hoffen, aber leider übersah Karl im Bauernendspiel mit gleichem Material eine taktische Möglichkeit des Gegners, der schließlich mit einer Bauernumwandlung zum Läufer (!) Karl zur Aufgabe bewog. (Ja, eine Dame hätte auch gereicht.) Dagegen zeichnete sich bei Alfred Klesse die Niederlage schon früher ab, denn ihm gingen leider zwei Bauern verloren, und das Endspiel war nicht mehr zu halten. Marcel Lohse geriet früh unter Druck; es sah aber aus, als könne er sich ganz gut verteidigen. Bei beiderseitig knapper werdender Bedenkzeit fand er dann aber wohl nicht mehr die optimalen Züge und musste letztlich seinem Gegner die Hand schütteln.
Jürgen Cziczkus, den ich bei der Mannschaftsaufstellung überredet hatte, das unbeliebte Brett Drei zu übernehmen, kämpfte so zäh, wie ich es von ihm erwartet hatte. Tatsächlich bestand Hoffnung, dass er das Endspiel mit Läufer gegen Springer trotz eines Minusbauern würde halten können; am Ende gelang seinem Kontrahenten dann aber leider doch noch ein entscheidender Durchbruch. Nun spielte nur noch Niklas Erbe, und der machte da weiter, wo er in der letzten Saison aufgehört hatte. Sein Gegner attackierte mit allen Kräften Niklas' König, überzog die Stellung, und Niklas war sofort zur Stelle, um einen Bauern und die Qualität einzustreichen, die er kurze Zeit später wieder zurückgab – das wäre wohl gegen zwei weitere Bauern gewesen, hätte sich sein Kontrahent nicht lieber das Matt zeigen lassen. Es bleibt also weiter dabei, dass Niklas bislang alle Kämpfe in der Dritten gewonnen hat.
Die heutige Niederlage ist aber kein Grund für schlechte Stimmung – wir sind nach DWZ-Schnitt auf dem letzten Platz und können somit eigentlich nur gewinnen. Weiter geht es am 4. Oktober gegen die Zweite von SG Gladbeck.