OSV-Pokal gestartet

Mit 30 Teilnehmern, also knapp neben der optimalen Zahl von 32 Schachfreunden, startete am gestrigen Abend der diesjährige OSV-Pokal. Einige Favoriten wankten, fielen aber nicht und konnten sich durch einen Sieg im Entscheidungsblitzen in die nächste Pokalrunde retten. Sowohl der jüngste Teilnehmer des Feldes, der erst neunjährige Konstantin Haase als auch Altmeister Gerd Arlt konnte ihre Gegner bezwingen und warten gespannt auf die Auslosung der zweiten Runde, die aber erst nächste Woche stattfinden kann, da noch eine Restpartie zu spielen ist.
Ergebnisse der 1. Runde

 

Trauer um unseren Schachfreund Manfred Enders

Ein Nachruf von André Matzat

Wie uns Frau Enders Anfang März 2024 mitteilte, trauert die Familie um ihren Ehemann und Vater Manfred Enders, der am 1. März nach langwieriger Krankheit verstarb. [Anm.: Ich wollte noch das genaue Datum nennen.]

Manfred gehörte dem Schachverein OSV 1887 seit 1970 bis zu seinem Tod an. Er wechselte von Turm Osterfeld zu uns, gemeinsam mit den Schachfreunden Krabbe und Koch, um seine hochgesteckten schachlichen Ziele zu verwirklichen.

1972 gelang ihm mit einer starken 1. Mannschaft der Aufstieg in die Schach-Bundesklasse; in der folgenden Saison war er weiter fester Bestandteil der Mannschaft, die in der damals viergleisigen Schach-Bundesliga spielte.

Manfred, Träger der goldenen OSV-Ehrennadel, wurde 1982 Oberhausener Stadtmeister; der Chessbase-Datenbank 2024 kann man entnehmen, wie gut er war, als er im Jahr 1989 im Zalakaros Open in Ungarn gegen IM F. Portisch und gegen IM Moehring Remis spielte.

In der Saison 1988/89 setzte er sich gegen die starke vereinsinterne Konkurrenz durch und wurde OSV-Meister.

Um den Verein zu unterstützen, spendete er großzügig im OSV-Förderkreis. Vor wenigen Monaten war er Gast im Verein und übergab seine Schachbücher der OSV-Jugend.

Ich habe viele Jahre gerne in der Mannschaft mit ihm und in den Vereinswettbewerben gegen ihn gespielt.

In den letzten Jahren war es ihm gesundheitlich nicht mehr vergönnt, aktiv seinem Hobby nachzueifern.

Er lebt weiter in unseren Erinnerungen und ist fester Bestandteil der Entwicklungsgeschichte unseres Vereins.

Wir trauern mit der Familie.

Der OSV trauert um Klaus-Peter Fuchs

Zwischenzeitlich haben wir erfahren, dass unser Vereinsmitglied Klaus-Peter Fuchs bereits am 9. November 2023 verstorben ist.

Der ehemalige Bahnpolizist Klaus-Peter war jahrzehntelang eine feste Größe im Oberhausener Schach. Er sah nie Anderen bei der Arbeit zu, sondern packte immer an, über Vereinsgrenzen hinaus. Bereits in den 1970 Jahren, also noch in jugendlichem Alter, engagierte er sich im Vorstand des OSV als Schriftführer, Pressewart und Jugendleiter. Es folgten verantwortungsvolle Aufgaben in anderen Schachvereinen; unter anderem war er an der Gründung unseres geschätzten Nachbarvereins Schwarz-Weiß-Oberhausen beteiligt. Später leitete er dann die Schachabteilung der Spielvereinigung Sterkrade-Nord als Vorsitzender. 2016 kehrte er schließlich zum OSV zurück, wo er vom gefürchteten Gegner in Mannschaftskämpfen zum hochgeschätzten Mannschaftskameraden wurde. Leider musste er schon früh mit gesundheitlichen Problemen kämpfen, auch wenn er nie klagte, sondern alles mit seiner heiteren und freundlichen Art überspielte. Er wurde nur 66 Jahre alt. Nicht nur wir im OSV, sondern auch zahlreiche ehemalige Weggefährten in Oberhausen werden ihn vermissen.

Vlastimil Hort wird 80

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Vlastimil Hort auf einem Foto von ChessBase

Heute, am 12. Januar 2024, wird unser Ehrenmitglied Vlastimil Hort 80 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich!

Geboren wurde „Vlasti“, wie er von Freunden genannt wird, am 12.1.1944 in Kladno nahe Prag. Nachdem ihn das Schicksal im Alter von fünf Jahren zum Schachspiel geführt hatte, stieg er schon bald in die Weltspitze auf, der er rund drei Jahrzehnte angehörte. Zu seinen Erfolgen zählen sechs tschechoslowakische und drei deutsche Meistertitel, mehrere olympische Medaillen, die Teilnahme am WM-Kandidatenturnier 1977, wo er im Viertelfinale knapp Boris Spasski unterlag, sein Einsatz beim „Match des Jahrhunderts“, Weltrekorde im Blind- und Simultanschach und der Seniorenweltmeister-Titel 2006 im Chess960. 1986 wurde er deutscher Staatsbürger, nachdem er bereits mehrere Jahre in Deutschland gelebt hatte. Für SG Porz spielte er in der 1. Bundesliga; 2001 wechselte er dann zum OSV, wo er der ersten Mannschaft als Spieler und Trainer zum Aufstieg auf NRW-Ebene verhalf.

Neben dem sportlichen Einsatz begeisterte er die „breite Masse“ der OSV-Mitglieder auch immer wieder durch Simultan- und Generationenturniere, bei denen er seine berühmten Anekdoten zum Besten gab. Wer dabei nicht anwesend war, kennt Vlastimil vielleicht noch als Kommentator von „Schach der Großmeister“ (gemeinsam mit Helmut Pfleger) im WDR, oder hat eines seiner Bücher wie „Schwarzweiße Erzählungen“ oder „Meine Schachgeschichten“ gelesen.

Leider zwangen körperliche Gebrechen ihn in letzter Zeit, sich zunehmend aus dem Vereinsleben zurückzuziehen; deshalb ist auch noch nicht geklärt, wann und in welcher Form wir seinen runden Geburtstag feiern können. Wir wünschen aber alles Gute und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

ChessBase hat heute einen sehr ausführlichen Artikel zu Vlastimils Lebenslauf veröffentlicht, der mit dem Bild verlinkt und sehr zu empfehlen ist.

Der OSV trauert um Hans Koch

Wie uns Schachfreund Robert Klein mitgeteilt hat, ist Hans-Georg Koch in der Nacht vom 30.11. auf den 1.12.2023 im St.-Josef-Hospital im Alter von 83 Jahren verstorben.

Mit 15 Jahren, so erzählte er es einmal dem langjährigen Vereinskameraden Andre Matzat, kaufte sich Hans sein erstes Schachbuch – auf Raten, denn leisten konnte er es sich als Lehrling noch nicht. So begann seine Schachkarriere, die ihn 1970 zum OSV führte. Dort wurde er bald ein wertvoller Teil des Vereins. Als Spieler war er in den Spitzenmannschaften aktiv. Als Mannschaftsführer trug er viele Jahre mit vollem Einsatz zu sportlichen Erfolgen bei und sorgte energisch für die Einhaltung der Regeln. Für seine Verdienste wurde er mit der Goldenen Ehrennadel des OSV geehrt. 2018 zwangen ihn körperliche Gebrechen zur Beendigung seiner Vereinsaktivität.

Hans’ große Leidenschaft war das Fernschach; hier errang er sogar den Titel eines Internationalen Meisters. Den meisten Vereinskameraden ist er aber vor allem wegen seiner geselligen Natur in guter Erinnerung geblieben. Seine Stimme sorgte an den Spielabenden bei den Teilnehmern für ein heimeliges Gefühl. Sein unfreiwilliger Weggang hinterließ eine spürbare Lücke; sein Tod ist ein weiterer schmerzhafter Verlust. Wie es unser Ehrenvorsitzender Alfred Schlya formuliert hat: Wir haben einen echten Schachfreund verloren. Doch die zahlreichen Geschichten über den legendären Hans Koch, der ein halbes Jahrhundert lang den Verein wesentlich mitgeprägt hat, wird man sich noch lange erzählen.